Flucht aus Kairouan

 

  In Kairouan, der am Westrand des Sahel gelegenen ältesten Stadt Nordafrikas, und mit 95.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt des Landes, machten wir Halt. Sie ist nach Mekka, Medina und Jerusalem die vierte heilige Stadt des Islam. Als geistiges Zentrum des Maghreb, mit zahlreichen Moscheen und Mausoleen, ist sie ein wichtiger Fremdenverkehrsort und Ziel einer großen Anzahl von Pilgern. Laut Überlieferung gelten sieben Wallfahrten nach Kairouan zum Mouled-Fest als Ersatz für die für Moslime vorgeschriebene „Hadsch“ (Pilgerfahrt nach Mekka).

 

Es war bereits dunkel als wir dort ankamen. Das Fahren ist dann anstrengend und zu gefährlich weil viele zwei- und vierrädrige Fahrzeuge und Schlaglöcher unbeleuchtet sind. Mensch und Tier rennen ungeachtet auf der Straße herum. Ampeln gibt es keine und Vorfahrt hat derjenige, der konsequent mit Hupen und Blickkontakt seine Richtung einhält. Am Tag ist das alles sehr gut zu bewältigen.

„Ich-zeigen-dir” bot ein junger Mann Hilfe an. Er verkürzte damit die Suche zu unserem Übernachtungsplatz an der großen Moschee . Das kleine Trinkgeld für seine Dienstleistung wies er zurück. Kurz darauf kam er nochmals mit seinen beiden Kindern und ließ uns wissen, dass wir in seinem Haus, ganz in der Nähe, herzlich Willkommen seien. Freundlich dankend lehnten wir ab und nahmen dafür das Angebot, uns am nächsten Morgen die Stadt zu zeigen, an.

„ACHTUNG: Touristen-Nepp ist in Kairouan keine Seltenheit. Selbsternannte Guide`s die mit verblüffenden Sprachkenntnissen und äußerst hartnäckig  ihr überteuertes Angebot als Stadtführer vortragen, um sie in das Teppichgeschäft ihres Onkel oder Cousin zu locken, sind keine Ausnahme.“

Lasen wir da in all unseren Reisebüchern, mit denen wir uns auf die zu erwartenden kulturellen Höhepunkte vorbereiten wollten. Die Freude auf den nächsten Tag schlug um in Argwohn der sich durch die Erfahrung in Sousse noch mehr festsetzte. Hin- und hergerissen waren wir plötzlich zwischen Kopf und Bauchgefühl. Die – erst mal „eine Nacht darüber schlafen“- Lösung haben wir eher mit schlafunterbrechender Grübelei verbracht.

 

Gerade mal Zeit nehmend für ein Minigassi sind wir ohne  Frühstück vor dem „unguten Gefühl” abgehauen.

Natürlich hätten wir, noch am morgen, mit ein paar Sätzen die Dienstleistung des jungen Mannes abwehren können, um im Alleingang die Stadt zu erkunden. Was uns wegtrieb und dennoch massiv ärgerte war die Befangenheit im Kopf durch das Gelesene und die Unsicherheit durch bereits Erlebtes „Abzocken“, auch in anderen Ländern.  Wie können wir als touristische Ausländer den Zugang zu den hier lebenden Menschen bekommen wenn wir sie auf Distanz halten und wegen „bewährten“ Ansichten  abweisen?

Alte Türen schließen damit sich Neue Türen öffnen können, hinter denen Chancen warten, die wir durch unsere Flucht hier vielleicht  verpasst haben.

 

Ein Stück Sahel – Region

Südlich von Cap Bon beginnt der Golf von Hammamet mit der gleichnamigen Stadt. Ab hier ist man nicht nur architektonisch auf den Hoteltourismus bestens vorbereitet. Auch die Sport und Unterhaltungs-möglichkeiten sind auf den Tourismus ausgerichtet.

Die Frage, warum ein Urlauber in einem der wasserärmsten Länder der Welt einen Golfplatz braucht, stellen wir uns jedoch hoffentlich nicht allein?!

Obschon es in Tunesien ja überall erlaubt ist frei zu stehen war hier die Suche nach dem richtigen Platz für uns eine Herausforderung. Zum einen da wir die Auslauf und Ruhe Bedürfnisse unserer Hunde als auch unsere eigenen hier schwer erfüllbar sahen. So nahmen wir verstärkt mit einer nicht so für das Tourismusauge gewöhnten Umgebung Kontakt auf. Nicht nur in den Städten findet sich statt Straßenbegleitgrün oft Straßenbegleitmüll.

Der Wind verteilt bunte Plastiktüten, Metalldosen rosten vor sich hin und im Gebüsch stapelt sich oft in großen Mengen der Restmüll. Diese Bilder passen für uns nicht in die schöne Landschaft gehören dennoch zum tunesischen Alltag den wir auch erleben möchten. Das Umweltministerium hat bereits große Fortschritte in der Abfallwirtschaft erzielt. So gibt es schon Kommunen die dies selbst organisieren.   Es gehört sicher noch mehr dazu als Abfalleimer und Trenn-Container aufzustellen um die Bevölkerung für die Abfallproblematik des zunehmenden Wohlstandsmüll zu sensibilisieren. Immerhin ist es ein Anfang bei dem wir Vorbild sein können.

Mitten in Sousse, der Hauptstadt der Sahel, die mit ihren 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes ist, fanden wir auf dem Gelände der Jugendherberge „Maison de Jeunesse“ nicht nur ein geschütztes und nachts ruhiges Plätzchen.

Nette Gespräche mit freundlichen Menschen bei einem Minztee und die Einladung zu einem “scharfen Mittagsimbiss bekamen wir on Top.

Zum anderen waren für uns die vielen bittenden „Nix kaufen – nur gucken“ Souvenierhändler und Anbieter für eine Rundfahrt per Calèche durch die nicht nur jahreszeitliche rückläufige Touristenflut sehr anstrengend.  Wir konnten die eifrigen Dienstleister mit einem freundlich-konsequentem non merci zurückhalten und uns allein dem kulturgeschichtlichen Angebot der 3.000 Jahre alten Stadt widmen.Phönizier, Punier, Römer, Vandalen, Byzantiner haben hier geherrscht. Und seit dem 8. Jahrhundert die Araber die ihr zwar den heutigen Namen Sousse gaben, sie bei der Einnahme jedoch schwer beschädigten.

Imposante und gut erhaltene Bauwerke wie der Ribat, die große Moschee und Stadtmauer entstanden im 9. Jahrhundert unter den Aghlabiden. All dies ist in der Medina (Altstadt) konzentriert und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.  Während wir staunend weiter durch die unterschiedlichsten Straßenbilder schlenderten ist es einem „pfiffigen Geschäftsmann“ gelungen, dass wir für zwei Softgetränke umgerechnet etwa 15 Euro zahlten.

Nach dem Smaltalk zum checkup unserer Nationalität erzählte er uns auf Deutsch etwas über seinen in München lebenden Bruder und wie kalt es dort schon ist. Nun wurden unsere arabischen Sprachkenntnisse getestet. Das Unisono „Shokran“ als prompte Antwort auf Danke war ein Bingo. Sekundenschnell hielten wir je eine kleine Flasche des weltweit bekannten braunen Softgetränks in der Hand. Noch während wir antranken erzählte er uns von seinen drei Kindern für die er hart arbeiten muss um ihnen eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Da war uns klar, dass die Runde nicht gratis an uns ging. Wie gut, dass ich am Imbiss in Bordj Cedira bereits Informationen zu den üblichen Preisen verschiedenster Getränke bekam. Als ich die 6 Dinar (3 Euro) aus dem Portemonnaies nahm passierte es. Mit ein paar Münzen in der Hand und dem Wunsch diese in einen Dinarschein zu tauschen mengte er mit in den Fächern meiner Geldbörse. Das schnelle hin und her und die Fragen –mittlerweile auch von Dieter- hatten mich völlig wuselig gemacht. Es hat einen Moment gedauert bis mir klar war, was da gerade unter meinen Augen geschehen ist.

Von diesem Trickdieb lernten wir, neben einem finanziell zu verschmerzendem Schaden und dem bei Dieter noch etwas länger schmunzelnd auslebenden Spott, aus der Erfahrung.

Seit dem tragen wir immer einige kleine Münzen lose in der Tasche um Notfalls nicht mehr dabei zu haben ;- ) Austesten wollten wir das in Sousse jedoch nun nicht mehr und setzten unsere Reise ins Landesinnere fort.

CAP BON Route

 

“Garten Tunesiens”  wird die nordöstlich gelegene 70 km lange und bis zu 40 km breite Halbinsel mit ihren grünen Kulturlandschaften und einsamen Dünenstränden genannt.

Bevor wir dahin aufbrachen haben wir uns erstmal in der Nacht einen Stellplatz suchen müssen. Ebenso standen Geld und Spritt besorgen ganz oben auf der To Do Liste.

Was schlägt “Garmin” denn vor? Alle Suchoptionen leider Fehlanzeige. Ein freundlicher Tunesier hat sich fast schlapp gelacht als er uns seine Hilfe anbot und wir auf unser Navi zeigten. “Was willst du in Tunesien mit Navi? Kannst du überall stehen!” Mit diesem Hinweis fühlten wir uns nicht wirklich sicher. Der Spritt begrenzte letzlich unsere Suche. Froh fanden wir um 0:30 h endlich in einer Seitenstraße Richtung Meer einen Stellplatz. Direkt daneben standen sogar einige Herren der Garde Nationale Wache.

So ließ es sich gut schlafen. Wach wurden wir durch die Wärme im WoMo.

Die 36° waren draußen jedoch durch den Wind recht angenehm zu ertragen.

Auch das Umfeld zeigte sich von einer schönen Seite. Bei unserem Erkundungsgang fanden wir heraus, dass wir unseren Stellplatz in Karthago direkt bei den Antoninus-Thermen an einem archäologischem Park und unweit dem Präsidentenpalast gewählt hatten.

Somit erklärte sich der Wachposten. Vorab: Geschichtliches werden wir nicht viel in unserem Blog aufgreifen. Da kann jeder vertiefen was er möchte. Bertolt Brecht schrieb 1951dazu: “Das große Carthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten und nicht mehr auffindbar nach dem dritten.”

Der berühmteste aller Karthager war “Hannibal” welcher mit seinen Kriegselefanten über die französischen Alpen zog und damit sicher bis heute noch in Geschichtsbüchern für Erstaunen sorgt.

Wir zogen weiter um uns mit Geld und Gasoil zu versorgen. Die Tankstelle lag ca 400 m  entfernt und mit einer 65 TD Vorab -Abbuchung per Visa das sind etwa 35 Euro ;-) war unser Tank randvoll.

  Am Flughafen, den wir uns viel internationaler und größer vorgestellt haben, erklärten wir unser Problem. “In Tunesien hat man keine Probleme”  lächelte uns die Dame am Schalter entgegen und erklärte das die vielen Bankomaten das jeweilige Kreditsymbol haben müssen um Geld abheben zu können. Nun, da haben wir Bargeldnutzer glatt was dazu gelernt.

Raus aus der Stadt nach Bordj Cedria zu einem der wenigen tunesischen Campingplätze.

Camping ” LA PINEDE “

Ankommen…

Probieren…..

Entspannen….

Infos tauschen…

 

und Route planen…

 

 

 

 

So gingen schnell ein paar Tage vorbei die wir auch gebraucht haben.

Korbus – Sidi Daoud – El Haouaria  Kerkouane – Kelibia – Tazarka – Nabeul – Hammamet standen als Ziele für ca. 240 km an.

 

 

So unterschiedlich wie die geographische Aufteilung der Halbinsel, in teilweise schroffes Bergland welches sich vor Korbus im Nordwesten entlang bis zum Kap im Norden mit Steilküsten und vielen kleinen felsigen Buchten zeigt, waren auch unsere Eindrücke und Erlebnisse.

 

 

Gut, dann versuchen wir es über das Landesinnere, welches mit Feldern und Weiden “geschmückt” ist,

an die Thermalquellen von Korbus zu gelangen.

Auf ging es in die 2. Runde. Die ersten Häuser von Korbus schon im Blick,schafften wir es diesmal bis an das andere Ende vom Ort. Es fehlten etwa 500 m Küstenstraße.

Der kleine Kurort wird überwiegend von älteren  tunesischen Gästen aufgesucht. Die bis zu 60° heißen Thermalalquellen sollen durch ihren hohen Kalzium, Sulfat und Schwefelgehalt bei Haut- und Atemwegserkrankungen sowie Arthritis und Rheuma heilende Wirkung zeigen.

Für den Stellplatz und die schönen Aus-   und Einblicke hat sich der Weg auf jeden Fall gelohnt.

In dem kleinen Fischerhafen Sidi Dahoud  werden 50% des tunesischen Thunfisches gefangen und in der hafeneigenen Konservenfabrik verarbeitet. Das sieht man diesen bunten Hafen und dem sauberen Wasser gar nicht an.

An der Spitze des Cab Bon ist Tunesien nur 140 km von Sizilien entfernt. Jedes Frühjahr machen Falken und Sperber auf ihrem Weg nach Europa hier, am äußersten Punkt der Halbinsel in El Haouaria, Rast. Sie werden gefangen und auf die Wachteljagd abgerichtet.  Im Juni wird die Jagd beendet und die Raubvögel während des Sperberfestes mit Falkenjagd-Vorführungen und Folklore Darbietungen wieder frei gelassen.

Welch Glück für unsere Chikkas das es November ist!!!

Bei unserem Spaziergang trafen wir nur eine Landschildkröte in der Heidelandschaft.Und eine flotte Entenfamilie beim Einfahren in den Ort.  

 

Garmin bekam die Chance uns – per Koordinaten – zu den “Grottes Romaines” zu bringen. Na ja, die Richtung ist schon mal nicht falsch ;-)

 

Als antikes Industriedenkmal kann man diese Sehenswürdigkeit bezeichnen. Römische Sklaven und Kriegsgefangene haben hier in unterirdischen Kammern und Stollen Sandstein abgebaut und gleich an Ort und Stelle auf Schiffe verladen, die das Baumaterial direkt bis in den Hafen von Karthago brachten.

 

Heute wachsen, an den zum größten Teil wegen Einsturzgefahr geschlossenen Teilen des  Steinbruch, Kapernbüsche still vor sich hin.

 

 

Über die Küstenebene, die uns immer wieder an einsame Strände,

mit den schönstenen Stellplätzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zu Mee(h)rwanderungen einluden ließen wir uns einfach treiben.

Die verteilten punischen Ausgrabungen in Kerkouane als auch die römischen Ruinen im Hafen von Kelibia  ließen wir einfach links liegen. Da kommt noch genug Geschichte auf uns zu.

 

Wir entschieden uns für einen Stopp in Tunesiens Kunsthandwerkerzentrum Nabeul.

Hier fertigen an die 100 Töpfereien bunt bemalte Krüge, Töpfe und Fliesen, die auch die Hausfassaden schmücken.

Auch Erzeugnisse der Mattenflechter und Steinmetzen sowie Stickerei- und Webarbeiten werden hier in den Souks angeboten.

 

Noch ein letzter Blick in die ruhigen Gassen werfend endet unsere Cap Bon Route  die zum einstimmen auf die Kultur genau richtig war.

Wie es in und um die touristische Regionen ab Hammamet weitergeht? Lasst euch überraschen. Wann? Da lassen sogar wir uns überraschen ;-)

Überfahrt nach Tunesien 02.-03.11.12

Von Civitavecchia über Palermo nach Tunis ging die lange und spannende Schiffsfahrt.

Obwohl ich es bei diesen Dimensionen eher als Fähr-Schiffahrt bezeichnen würde.

Der kleine Punkt links unter dem “G” mit rotem Pfeil bin übrigens ich mit ALLEN Chikkas!!

Da wir früh genug im Hafen ankamen hatten wir ausreichend Zeit uns mit dem Ablauf vertraut zu machen. Also erstmal in Line 21 anstellen. Danach am Schalter einchecken. Der Hafenrundgang zwecks Gassi mit den Chiccas blieb mangels grün und Leinenpflicht leider erfolglos. Noch ein bischen essen, die Tasche für das Schiff packen und schon wurde es Zeit aufzuschließen um uns dann, hinter der eher obligatorischen Passkontrolle wieder einzureihen.

 

 

Hier bekamen wir ein Schild TUNISIA an die Windschutzscheibe geklemmt um in richtiger Reihenfolge in die Garagen aufzufahren.

 

Das ging alles ganz schnell und schwupps waren wir auch schon dran und wurden eingewiesen in die mittlere Garage zu fahren .

 

Oben angekommen “gehörten” wir kurz dem sehr freundlichen und fachkompetenten Personal. “Schau mir in die Augen und auf meine Hände – du brauchst keine Spiegel.” lautete die konsequente Ansage um jedes Fahrzeug an seinen Platz abstellen zu lassen ohne auch nur einen überflüssigen Zentimeter zu vergeuden. Wenn ihr meint das ist doch leer! Ja, noch es wurde voll. Wir mussten die Garage sofort verlassen und an der Rezeption unseren Kabinenschlüssel abholen.

” Es ist nicht die Titanic und wir werden nicht unter gehen. ” ;-)

Mit dem Aufzug – ja ich auch- auf das Masterdeck in der 8. Etage.

Unsere Kabine beziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und jetzt schnell zum Außendeck um das Ablegen und Auslaufen aus dem Hafen mit unserem letzten Rest Ital. Wein zu genießen.

 

 

 

 

 

Pünktlich um 19:00 Uhr haben wir in Civitavecchia abgelegt und werden laut Plan auch pünktlich um 07:00 Uhr zum Zwischenstopp in Palermo anlegen.

  

 

Bis es soweit ist bleibt genug Zeit den Sonnenaufgang live zu sehen.

Ich weiß nicht wie lange es her ist dies gemeinsam erlebt zu haben.

Es tut unendlich gut!!!

 

 

 

Das möchten wir noch oft erleben!!! Und anders herum ebenfalls.

Nach diesem ruhigen Moment wurde es schnell rummelig an Bord. Also nahmen wir unseren Logenplatz ein um das bunte und geschäftige Treiben des Anlegens sowie Ab- und Auffahren zu verfolgen.

Bis wir um 11:30 Uhr wieder ablegten und nach Tunis überfuhren.Nach soviel Aktion wurde ein kleines Mittagschläfchen in unserer netten Kabine fällig. Ich bin ja bekannt dafür, dass ich ÜBERALL schlafen kann.

So ausgeruht und noch frisch geduscht kamen wir nach 10 Stunden mit einer  etwas schnelleren Geschwindigkeit im sehr modernen Hafen von Tunis an. Als einer der letzten fuhren wir von Bord

und wühlten uns 2 Stunden durch die diversen Formalitäten. Wie gut, dass wir von netten Tunesiern schon auf die Vorarbeiten der Formulare an Bord hingewiesen wurden. Die einzige Schwierigkeit die uns länger aufhielt waren nicht die Hunde, die übrigens NIEMAND interessiert haben, sondern die Tatsache das sowohl das WoMo als auch unser kleines Moped in der Garage auf Dieter angemeldet sind und das in Tunesien nunmal nicht geht. Keiner kann 2 Fahrzeuge in den Pass eintragen lassen. Die Lösung fand der Beamte selbst in dem er das Moped einfach bei mir eintrug.

Im warsten Sinne des Wortes geschafft fuhren wir vom Hafengelände um uns – jetzt per Garmin ;-) und wenig Spritt einen ruhigen Stellplatz zu suchen.

Das ist ein anderes Erlebnis über welches wir bald berichten werden. Eines sei jedoch schon mal gesagt, uns ist von überall Hilfsbereitschaft, Gastreundschaft und vor allem Geduld bei der Verständigung entgegngebracht worden.

Die Fähre geht am 02.11.12

Da blieb noch genug Zeit für die besagten schönen Dinge. Als da war:

   Am Strand sitzen und auf das Meer blicken.

Entlang der Promenade spazieren zu gehen und sich in einem Cafe ausruhen.

Sich hinsetzen kostet wirklich etwas mehr.      Und ich dachte schon, das sei nur in Venedig so.

Dafür gab es dann auch Wi Fi und die Chiccas durften auf dem Sofa sitzen.   

Auch die Gegend erkunden

mit manchmal krassen Gegensätzen…

 

 

 

oder Strandgut finden und sich dazu eine Geschichte nach Bildern denken macht Spaß.

 

Die lagen wirklich im Abstand von je 2 Metern. Weder Kind noch Eltern waren zu sehen.

Zwischendurch habe ich gern ein figurfreundliches Essen gezaubert. Welches ich manchmal auf ruhigen Wegen wieder ablaufen durfte.

  Selbst die Stellplatzsuche führte uns mal nach Plan

 

 

 

 

 

als auch nach TomToms Ansage:

“Fahren Sie über den Kreisverkehr 2. Ausfahrt ;-) immer zu schönen Plätzen.

 

Dennoch hieß es Abschied nehmen. Die Fähre wartet nicht auf uns.

Ciao, Ihr wunderschönen windgeformten Alleenbäume!!

Dolce Vita 24.-31.10.12

Auch dieser idyllisch anmutende Stellplatz zeigte sich als Niete. Er lag zwar in einer Seitenstraße doch genau diese wurde stark befahren. Und in den umliegenden Häusern sorgten etliche Hunde für die “Bewachung.” Einer lauter als der Andere. Also weiter fahren.

Dolce Vita erwartete uns nicht durchgehend auf der Route zum Schiff. Die 1. Stellplatzniete zogen wir in Monselice. Dort hatte man eine große Kirmes auf “unserem ausgewählten Schlafplatz aufgebaut. Nun gut, für eine Nacht fanden wir am Rand noch etwas.

Langsam war ich dann auch genervt von TomTom`s Angeboten. “Drehen Sie wenn möglich um..” kam oft als 1. Ansage. “Mensch wir wollen einen Stellplatz, der auf der Route liegt.” meckerte ich die IMMER FREUNDLICH sprechende Männerstimme namens Andreas an. “Weißt du was Besseres?” kam dann prompt die nicht sooo freundliche Frage des Herrn neben mir.  Mein Vorschlag, “Wir fahren jetzt mal nach Karte” wurde  abgelehnt.  “Nööö, gelbe Straßen sind mir zu klein.” nörgelte Dieter. Mein Einwand, sie seien eine gute Vorübung für tunesische Straßenverhältnisse, half da leider auch nicht. Also Fahrerwechsel. Und so kam es dann dazu, dass wir ungeplant über Moranello fahrend in den Genuss kamen, uns einen Ferrarizu bestellen;-))

Zufrieden und genüsslich tuckelten wir mit Ruhe und Gelassenheit weiter. Natürlich immer auch den Blick per Foto einfangen oder “Ich&Ich” laut mitsingend:

“So soll es sein so kann es bleiben. Genau so ist es gut. Alles passt perfekt zusammen, weil endlich alles in mir ruht…. Ok, Adel Tawil singt es nicht so laut aber sicher besser: http://www.youtube.com/watch?v=scLNFh4LTiM

    Von der Sonne verwöhnt und im Schnitt 25°, staunten wir dann nicht schlecht als das vom Barometer angekündigte Tief tatsächlich eintraf. Die Temperatur viel auf unter 20°. Und es schüttete aus Eimern. Da gönnten wir uns dann den “Luxus” Campingplatz in Lucca etwa 30 km vor Pisa. Hier haben wir die 2 schönen “Gammelregentage” durchaus produktiv genutzt.

L-L-L lautete das Motto! L-esen, L-ernen oder L-assen Und so lernte Dieter die Hightechs des Garmin kennen und anwenden, damit wir auch in Tunesien sicher sind. Und ich das “Blogen” anzugehen. Das es zeitlich mit dem Einstellen nicht immer so klappt erwähnte ich bereits. Ich bleibe so langsam dabei gelassen. Ist ja schließlich nicht die orginäre Aufgabe meines Tages. Da stellen sich ganz andere Herausforderungen.

Wie z.B. einen Briefkasten finden. Die sind hier nunmal nicht gelb!

Sich für das passende Regen-Outfit zu entscheiden…

 

 

 

 

 

 

 

 

…dem Lusthunger zu wiederstehen…

..und Carolin`s Auftrag erüllen den “schiefen Turm von Pisa” wieder aufzurichten.

 

Wir haben uns -wie viele andere auch- echt angestrengt. Wie du siehst war da leider nichts zu machen. Wir verließen den “La Palazza del Duomo”  wie der “schiefe Turm” wohl richtig heißt mit dem Gedanken; “Was hier wohl ohne Regen und in der Hochsaison los sein mag?” und suchten uns einen schönen ruhigen Stellplatz am Meer.

Der war sogar schnell gefunden. Die “stürmige” Ruhe haben wir jedoch unterschätzt. Das Meer hat seine Wellen direkt bis an unser WoMo getragen, so dass wir noch Nachts den Platz wechseln mussten. So sah es dann am Morgen aus.

Auf der Weiterfahrt spuckte das Meer immer mehr Müll aus. Stellenweise hatten wir den Eindruck es macht große Wäsche bei all dem Waschschaum der bis zur Straße reichte.

 

Der Dauerregen begleitete uns die Küstenstraße entlang nach Piombino. Immer wieder hielten wir an, um die Kraft des Meeres zu spüren und einfach nur zu staunen.

Zum Glück kommt ja bekanntlich nach jedem Sturm irgendwann der Sonnenschein zurück.

Bei uns bereits am frühen Nachmittag, so dass die Chikkas ihren ersten skeptischen Rundgang am Meer machen konnten. Hier haben wir beschlossen uns allen den Rummel und Stress in Rom nicht anzutun, sondern die zwei Tage bis zur Fähre am Meer entlang zu bleiben und nur schöne Dinge zu tun. Haben wir vorher zwar auch schon getan. Dennoch, die Uhren haben wir erst oder vielleicht auch schon hier abgelegt. Dazu schon bald mehr.

Bella Italia wir kommen 21.– 24.10.12

In Italien haben wir bisher nur zwei wunderschöne Urlaube am Lago di Como erlebt. Sonst ist es uns als Urlaubsland eher unbekannt. Ein Grund den Weg zur Fähre über Venedig-Pisa-Rom zu nehmen.

Also ging es weiter bei sonnigem Wetter und herrlicher Landschaft Richtung Treviso

zu einem wirklich idyllisch gelegenen Stellplatz 

Gut gestärkt und ausgeschlafen fuhren wir Richtung Venedig.

Übernachtet wurde vor Venedig auf einem sanitär eingerichteten Parkplatz für 20 Euro.Da es nur eine Überfahrtsstraße mit Sackparkplatz gibt……fuhren wir mit dem Schiff.

In Venedig selbst ist Laufen durch enge Gassen

 

 

 

 

 

 

oder über viele Brücken angesagt. Ein Schiffsbus Plan hilft ebenfalls einige Stationen zu erreichen. Und am HBF kann man sogar ein Taxi wählen.

Romantik pur verspricht die Gondola.

Fasziniert waren wir von den Paketdiensten des DHL

und dem Handwerk.  Alles per Schiff und Handkarre.

Auch Grünanlagen sind eher in Kleinstformat vorhanden. Vielleicht war das ein Grund warum wir unsere Chikkas nicht mit aufs Schiff nehmen durften?!

Tschööö!!!!!

Und jetzt?? Geht es durch die Toscana. Dazu bald mehr. Warum?? Weil wir immer nur eine kleine Tagesdatenmenge zur Verfügung haben, ohne das es teuer wird. Mit der müssen wir dann gut haushalten. Die Internetverbindungen oft sehr schwach sind und ständig abbrechen. Wi Fi Angebote außerhalb der Tourizonen nicht so häufig zu finden sind. Und vorallem: Wir immer beschäftigt sind;-))

 

Tschüss Deutschland Hallo Österreich 18. – 21.10.12

 

Die Autobahnroute führte uns zunächst nach Stuttgart zum Porschemuseum. Die By 3 Pay 2 Option war nicht verhandelbar U-Lilly;-((

In  Augsburg hatte leider das Schwimmbad am extra ausgesuchten Stellplatz wegen „Desinfektionsarbeiten“ geschlossen.

Dafür bekamen  die Chikkas eine ausführliche Fellpflege. 

Über München oder eher drum rum ging es weiter nach Rosenheim zum Großeinkauf. Dann durch das Inntal zur Grenze Kiefersfelden hinauf ins Kaisergebirge nachSt.Johann in Tirol.

Da wir diese Gegend eher weiß kennen sind wir nicht Schuss, sondern ganz gemütlich bei 25° und Sonne die steilen  Spitzkehren in „Böglies“ gefahren.

 

 

 

Hochfilzen wählten wir aus zum Einkehrschwung. Mit Bodennebel, bei 4° Grad und noch zögernd blinzelnder Sonne starteten wir früh am Morgen weiter durch das Salzburger Land über  die Leoganger Steinberge Richtung Saalfelden am Steinernen Meer.

Hier hielt uns nur eine Bau-Ampel derFirma STRABAG  auf der Hochkönig Höhenstraße auf.

Mit Blick auf die Salzburger Kalkalpen näherten wir uns Bischofswiesen. Zum Glück konnten wir dort noch Al di Dinge kaufen die uns vielleicht mal vor dem Hungertod retten;-))

Radstädter Tauern-Untertauern-Obertauern?? Nun ging es ganz schnell bis zur Grenze in Villach über den

 

 

 

Katschberg  nach Kärnten vorbei am Millstädter See. Alles in Allem war diese Strecke ein Genuss, den wir nicht nur mit den Augen betrachtet haben.

In der Pfalz 16. -18.10.12

Für uns ist einer der schönsten Orte in der Pfalz St. Martin mit Umfeld. 

Die Wanderroute wird mit Hightech vorbereitet.

 

 

Auf Richtigkeit überprüft.

Und Gemeinsam erwandert!

 

 

 

 

 

An jedem Wanderweg findet sich -wie ihr seht- immer auch ein schönes Rastplätzchen um die Ruhe zu genießen.

 

 

 

 

Dass Dies nicht nur wir so sehen zeigte unser Treffen mit Peter und Rosi. Zum 2. Mal sind wir uns hier über den Weg gelaufen und haben wieder einen tollen, langen und frei nach dem kölsche Grundgesetz: „ „Artikel 1; ET IS WIE ET IS! Artikel 2; ET KÜTT WIE ET KÜTT! und Artikel 3; ET HÄTT NOCH IMMER JOT JEJANGE!“ Weinabend verbracht.

Schade, dass wir vor lauter erzählen vergessen haben ein Foto mit euch zu machen.

Unser Tipp: Wer sich also etwas Gutes für Leib und Seele tun möchte, fährt einfach mal hin.

 Wie ihr seht hat sich das Lesen und Ausprobieren bereits bewährt.

Auf dem Weg……..

Hallo,

jetzt sind wir bereits 10 Tage unterwegs und schaffen es endlich unseren Blog zu “aktualisieren”! Reisekosteschonend auf`s Internet zugreifen ist ein bischen herausfordernder als wir dachten.

Dafür stehen wir jetzt auf einer Camp Aerea mit Wireless in Italien kurz vor Pisa.

Vollgetankt mit Kilometerstand 89 100 gehtt unsere Reise am 16.10.12
um 11:11 Uhr bei 12° und Regen in Hürth los.

Lucy, Espe und Ronja nehmen ihren Lieblingsplatz ein.

Und Dieter seinen Stammplatz!!